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Dokomi 2023 Recap

DoKomi 2023 „15 Jahre japanische Popkultur am Rhein“


Wieder einmal war es so weit, die Fans von japanischer Pop- und Jugendkultur pilgerten in schillernden Kostümen in die Landeshauptstadt Düsseldorf, um sich und ihr Hobby auf einer der buntesten Messen der Republik zu zelebrieren. Nach langem Warten eröffnete die DoKomi am 30.06.2023 endlich wieder ihre Tore in den Hallen der Messe Düsseldorf. Neben mehreren Eingängen, einem erneuten Besucherrekord und einer Messefläche jenseits der 100.000m² wurden nicht nur viele Rekorde der Vorjahre gebrochen, sondern auch einige Probleme erfolgreich überwunden.


Was die Messe in diesem Jahr aber sicherlich in besonderem Maße hervorhebt, sind weder Besucherrekorde noch Flächenangaben, vielmehr sind es 2 besondere Fakten. In diesem Jahr konnte die DoKomi nicht nur erstmals mit einem dritten Messetag aufwarten, sondern auch auf 15 Jahre erfolgreiche Veranstaltungsgeschichte zurückblicken. Ich habe mich auf dieser besonderen Messe wieder in die Menge gestürzt, mit Messeausstellern und Besuchern gesprochen und das ein oder andere neue oder auch alte ausprobiert.


15 Jahre – 15 DoKomis

Vor 15 Jahren starteten Andreas Degen und Benjamin Schulte mit weiteren Freunden eine Messe, die durch stetige Weiterentwicklung und harte Arbeit zu einem der größten Events in der Landeshauptstadt werden sollte. Zu Beginn der Messe 2023 nutzen die beiden Gründer die Eröffnungszeremonie auf der riesigen Blackstage in Halle 9, um etwas den Anfängen zu gedenken.


Im Jahr 2009 kamen zum ersten Mal die Fans japanischer Popkultur unter dem Namen DoKomi zusammen. Damals waren es ca. 2000 begeisterte junge Menschen, die gemeinsam in den Räumen des Freien Christlichen Gymnasiums in Reisholz ihr Hobby feierten. Der nächste große Schritt gelang zur 4. DoKomi 2012 mit dem Wechsel ins Congress Center der Messe Düsseldorf. Damals mit noch überschaubaren 9000 Besuchern. Über die Jahre vor der Pandemie ist die DoKomi stetig weitergewachsen und konnte immer mehr Besucher mit neuen Ideen, geladenen Gästen und tollen Shows/Workshops verzaubern.


Die Coronajahre haben wohl uns allen übel mitgespielt, so auch der DoKomi. Die DoKomi Gründer haben jedoch keine Kosten und Mühen gescheut, um gemeinsam mit der Stadt Düsseldorf ein tragfähiges Konzept zu erarbeiten, damit die Messe weiterhin stattfinden kann. Als viele andere Veranstaltungen abgesagt oder auf unbestimmt verschoben wurden, wurde für die DoKomi ein umfangreiches Sicherheitskonzept erarbeitet und Notfallpläne erstellt. Hierdurch war es möglich, auch über die Krisenjahre hinweg die DoKomi durchgehend weiter stattfinden zu lassen.


Die über Corona gesammelten Erfahrungen und auch die ggf. gemachten Fehler und deren Lösung haben die DoKomi robuster gemacht und vermutlich zum rasanten Wachstum nach der Pandemie beigetragen. Die DoKomi ist und bleibt eine Konstante für die japanische Gemeinschaft und Kultur in der Rheinmetropole und in der Bundesrepublik.


Die DoKomi 2023 – Aus Fehlern lernen

Mit 150.000 Besuchern auf ca 110.000m² ist die Messe im Vergleich zum Vorjahr nicht wesentlich größer geworden, hat dafür aber die doppelte Anzahl an Besuchern zu verkraften. Nachdem im Vorjahr der Einlass doch nur recht suboptimal gelaufen ist und es absolut nicht möglich war, in Ruhe durch die Artist Alleys zu laufen, war ich sehr gespannt auf den Ablauf in diesem Jahr.

Denn Fehler macht bekanntlich jeder, wichtig ist nur, ob man auch aus selbigen lernt. Genau das hat die Dokomi in meinen Augen geschafft! Der Einlass hatte wie jedes Jahr anfangs einen großen Ansturm zu verarbeiten, diesem wurde jedoch wieder durch ein Preentry erfolgreich entgegengewirkt, zudem wurde in diesem Jahr das Personenleitsystem am Eingang zur Messe entsprechend dem Andrang der Besucher in der Länge angepasst.


Im letzten Jahr habe ich bereits die Verteilungsproblematik erwähnt. Damals waren „nur“ 75000 Besucher in den Messehallen, durch eine suboptimale Verteilung kam es an manchen Teilen zu einem starken Gedränge der Besucher, in anderen Teilen der Messe hätte man noch problemlos ein regionales Fußballmatch abhalten können. Bei einer Erhöhung der Besucherzahl auf 150.000 in diesem Jahr hätte die Messe schnell in einem Desaster enden können, ist sie aber nicht.


Die Aufteilung machts

Die DoKomi war in diesem Jahr sehr übersichtlich und konsequent aufgeteilt. Die Halle 1 war wie in jedem Jahr den Merch-Händlern vorbehalten. Da sich hier seit Jahren nicht wirklich viel Neues ergibt, erspare ich mir weitläufige Ausführungen in diesem Bereich. Nur so viel, ich hab endlich würdige Ersatzessstäbchen gefunden.

Im CCD fanden sich wieder die Angebote mit eher traditionellem Bezug. Hier möchte ich im Besonderen das Matsuri (jap. „Jahrmarktgames“) hervorheben. Hier wird seit Jahren eine besondere Atmosphäre geschaffen, die bei spannenden Geschicklichkeitsspielen zum Verweilen einlädt. Zudem konnte an zahlreichen Ständen mehr über Japan, seine Geschichte und touristische Möglichkeiten erfahren werden. Im japanischen Varieté (Hana no Machi) konnte bei einer leckeren Tasse Tee und exzellenter Unterhaltung wunderbar entspannt werden. In den mehrfach täglich stattfindenden Shows wurde dem Gast stets ein bunter Mix aus Tradition und Moderne geboten.


Auf der ebenfalls im CCD befindlichen LiveStage traten in diesem Jahr zahlreiche Künstler wie Petra Scheeser und LifeSpark auf. Gerade beim Konzert von Petra Scheeser war der Andrang jedoch so groß, dass die Livestage bereits Stunden vor dem eigentlichen Konzert komplett voll war. Ggf. bietet sich hier für die Folgejahre eine Verlegung solcher Konzerte auf die wesentlich größerer Blackstage an.


Es ist soweit – Halle 3

Nach dem CCD als eher ruhigem Messebereich gehen wir über zum Hotspot Nummer 1. Richtig geraten, Halle 3 mit ihren langen Artist Alleys. Wie in jedem Jahr bot sich hier wieder ein buntes Meer aus Künstlern und ihren Werken. ABER im Gegensatz zum letzten Jahr, war die Halle diesmal ausschließlich den Künstlern vorbehalten. Itasha und Fashion/Accessoire Designer wurden diesmal in andere Hallen umgesiedelt. Der so gewonnene Platz wurde u.a. in breitere Wege und insgesamt etwas mehr Platz zwischen den einzelnen Künstlern investiert. So gab es nun auch öfter zwischen den Künstlern kleinere Lücken und somit auch mehr Platz für die Ausstellenden selbst. Natürlich gab es wie im letzten Jahr wieder ordentlich Andrang in der Halle, aber durch den deutlich entzerrten Standplan kam kein solch großes Gedränge und Unbehagen wie im Vorjahr auf.


Die Artist Alley ist und bleibt einer, wenn nicht der wichtigste Teil der DoKomi. An keinem anderen Ort ist es möglich, all seine Lieblingskünstler aus der Manga und Comic Szene zu treffen. Hierbei war in diesem Jahr eine nochmals stark gewachsene Anzahl von ca. 900 Künstlern auf der DoKomi zu Gast. Wie in jedem Jahr grenzt das Projekt „Ich guck mir alle mal alles in Ruhe an“ an eine Mammutaufgabe, die auch durch den dritten Messetag nicht wesentlich leichter zu bewältigen ist. Aber bei jedem Durchgang entdeckt man neue Künstler und kann doch noch das ein oder andere Mitbringsel für die heimische Wand ergattern.

Wie im Vorjahr gilt, wer zu ganz bestimmten Künstlern möchte, sollte vorher in jedem Fall das Programmheft studieren, um neben Workshops, Shows und dem ein oder anderen Geschicklichkeitsspiel nicht den Lieblingskünstler zu verpassen.


Gerade beim Wiederfinden von einzelnen Ständen waren die mit Buchstaben markierten Alleys hilfreich. Über jeder Reihe wurden große Banner mit Buchstaben aufgehängt, anhand dieser ließ sich super durch die einzelnen Reihen navigieren. Auch das Wiederfinden von Freunden wurde hierdurch super erleichtert. Ggf. sollte dieses Konzept auch auf die anderen Hallen umgelegt werden.


An dieser Stelle möchte ich erwähnen, dass mMn. die Auslagerung der Mode und Accessoire Designer in eine eigene Alley in Halle 4 eine hervorragende Idee war. Dies sollte auch in Zukunft so beibehalten werden.


Die Gaminghölle von Halle 5

Selbstverständlich war auch in diesem Jahr wieder viel außerhalb der Halle 3 los, für mich als alten Gamer war die Halle 5 in diesem Jahr natürlich auch immer wieder ein lohnendes Ziel. Zum einen war meist etwas weniger los als in Halle 3, zum anderen gab es Games soweit das Auge reicht. Dies übrigens sowohl physisch als auch digital! So gab es neben allerlei Konsolen und Rechnern mit alten Arcade Klassikern oder neuen Onlinegames auch eine Lasertag-Arena oder einen Hindernisparcour im Stile der Ninjawarrior Wettbewerbe. Dieser Parcour wurde übrigens von Playmobil betrieben und war passend geschmückt! Selbstverständlich war die Community Gaming Stage auch wieder Gastgeber verschiedener Gaming Tourniere.


Halle 4 – Willkommen in den Borderlands

Natürlich kann nicht jede Messehalle so gut durchsortiert sein wie Halle 3 und 5. Halle 4 bietet quasi einen Kompromiss zwischen all den tollen Angeboten, die die DoKomi ihren Besuchern bietet. Neben einem großen Bereich für Fashion und Accessoire Designer und einer hierzu passenden Fashion Bühne waren in Halle 4 auch die Dance Stage und der Cosplay Repair untergebracht. Neben dem Cosplay Repair wurde zudem gleich die Möglichkeit geboten, das eigene Cosplay in einem Studioset ablichten zu lassen. Als räumliche Trennung der einzelnen Bereiche Gaming/Kunst/Ü18 in Halle 4 fungierte eine weitere große Fläche voller atemberaubender Itashas.


Workshops, Workshops, Workshops verdammt!

Wie in jedem Jahr war die Workshopauswahl wieder super, leider ist sie jedoch platztechnisch nicht analog zur Besucherzahl gewachsen. Die Folge hieraus ist ähnlich wie beim Maidcafè…. gigantischer Andrang! Um diesem Faktor zumindest etwas entgegenzusteuern, wurde die Anmeldezeit auf 2 Stunden vor dem jeweiligen Workshopbeginn begrenzt, was allerdings nur die Symptome bekämpft, nicht aber die Ursache.


In diesem Jahr wurden 50 Workshops mit einer wahren Themenvielfalt angeboten, vom erlernen neuer Zeichentechniken über Tipps fürs nächste Cosplayshooting bis zum Basiswissen VTubing war wie immer für jeden etwas dabei. Auch wenn der Platz teilweise etwas umkämpft ist, lohnt der Besuch eines oder mehrerer Workshops in jedem Fall.


Aus Fehlern lernen

Im letzten Jahr habe ich an dieser Stelle ordentlich mit Kritik um mich geworfen. In diesem Jahr ist das zumindest aus meiner Sicht kaum möglich. Der Wechsel auf 3 Tage mit doppelter Besucherzahl hätte glatter nicht kaufen können. Der Einlass hat super geklappt und auch die Aufteilung der Hallen und im Nachgang die Verteilung der Besucher lief einfach besser. Der Einlass über 2 separate und nahezu gegenüberliegende Eingänge hat besonders die "erste Welle" deutlich entzerrt und bereits ab Beginn der gesamten Veranstaltung den hinzugewonnenen Hof vor Halle 5 mit einbezogen.


Die Anpassung der Personenleitsysteme im Tagesverlauf führte zudem zu einem schnelleren Einlass ab der zweiten Tageshälfte. Wo im letzten Jahr noch ein Spießrutenlauf durch leere Drängelgitter vor einem lag, so war nun der direkte Weg zur Taschenkontrolle bei geringem Besucheraufkommen möglich.

Essensmöglichkeiten und deren Kapazitäten wurde zwar erhöht, könnten bei dieser Masse an Besuchern jedoch beruhigt nochmals aufgestockt werden. Ein großer Pluspunkt in diesem Jahr: Bei den meisten Veranstaltern wurde vor der Messe eine Abfrage für separate Essensbestellungen getätigt, hierfür wurden eigens Abholpunkte eingerichtet. So konnten die Aussteller, anders als im Vorjahr, problemlos zur Mittagszeit ihr vorbestelltes Essen abholen und lange Anstehzeiten an den Foodtrucks oder im Restaurant verhindern. Auch wenn mir von einigen Ausstellern mitgeteilt wurde, dass diese Mail nicht alle zuverlässig erreicht hat, so ist es doch ein riesiger Fortschritt gegenüber dem Chaos vom letzten Jahr. Hier mussten oft Aussteller entweder lange anstehen und ihre Stände unbeaufsichtigt lassen oder eben auf ein Mittagessen verzichten.


Die im Vorjahr doch in Teilen chaotische oder nicht vorhandene Kommunikation lief in diesem Jahr überwiegend wesentlich besser ab und die Aussteller gerade im Bereich der Artist Alleys kamen nicht umhin, die gute und strukturierte Organisation der Messe zu loben. An dieser Stelle wurde somit immens nachgebessert und die groben Fehler des Vorjahres in jedem Fall mehr als aufgeholt.


Fazit

Die DoKomi 2023 wird mir vermutlich noch länger im Kopf bleiben, nach der enttäuschenden Con 2022 hätte ich niemals erwartet, dass die Messe innerhalb von einem Jahr eine solche Kehrtwende hinlegen könnte. Die Probleme vom letzten Jahr konnten in großen Teilen gänzliche behoben oder zumindest deutlich verbessert werden, die gesamte Atmosphäre war wieder wie auf den Cons vor der Pandemie. Vielen Dank dem Team und den vielen Helfern an dieser Stelle. Leider werdet ihr euch nun auf Jahre hinweg immer an dieser Con messen lassen müssen. Denn die DoKomi 2023 war einfach fantastisch, bitte macht so weiter.


Ich freue mich auch jetzt schon auf die nächste DoKomi und bin überaus gespannt wie die Reise weitergeht. Immerhin bin ich nun seit 2017 durchgehend mit dabei und habe in dieser Zeit doch schon so manche Erfahrung und Freundschaft im Zusammenhang mit dieser Messe machen dürfen. Die DoKomi ist alljährlich ein Ort, an dem viele Menschen zusammenkommen, um die Kultur, die Freundschaft und ihr alltägliches Hobby/ ihre Leidenschaft zu zelebrieren.


Lieber Andi, lieber Benjamin, liebes Dokomi Helferteam, macht weiter so und danke für euren unermüdlichen Einsatz, die DoKomi besser zu machen!


Soviel von mir, euch allen eine flotte Zeit und bis nächstes Jahr in Düsseldorf.

Westi out.


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